Tom Koenigs, Grünen-Politiker und früherer UN-Chef in Afghanistan,  widerspricht der evangelischen Bischöf Margot Käßmann in Sachen Afghanistan. Käßmann hatten den Krieg in Afghanistan verurteilt . Koenig schreibt nun auf ZEIT online: „Ernsthafter Friedenswille allein reicht leider nicht immer. Auch die Taliban werden sich nicht nur durch gute Worte oder finanziellen Sanktionen, wie sie Frau Käßmann fordert, vom Morden abhalten lassen.“

Was Königs zu erwähnen vergißt: Es ist offizielle Politik der Regierung in Kabul mit den Taliban „gute Worte“ zu wechseln, um sie in den politischen Prozess zu integrieren; es ist auch inoffizielle Politik der Nato „gute Worte“ mit den Taliban zu wechseln, um den Krieg zu beenden.

Käßmann hatte in ihre Predigt in mangelnde Kreativität in der Friedenspolitik angemahnt.

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Die US-Regierung plante einst die Demokratisierung des islamischen Ostens. Angesichts des Terrors in Bagdad, Kabul und Peshawar fragt sich, was davon geblieben ist mehr

Erinnert sich noch jemand an die „Greater Middle East Initiative“? Wahrscheinlich nicht. Es ist jedoch an der Zeit diesen großen Plan des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush in Erinnerung zu rufen.  Bush und seine Männer wollten mit dieser Initiative den Bogen islamischer Länder „aufschließen“ – von Marokko über Ägypten, Irak, Iran und Afghanistan bis nach Pakistan sollten  blühende demokratische Landschaften entstehen. Das Mittel dazu war das Militär. Der mit Gewalt von Saddam Hussein befreite und demokratisierte Irak sollte der erste Schritt sein. Der Rest, so die Überlegung der Männer um Bush, würde dem leuchtenden Beispiel folgen. Denn wer, das der zentrale Gedanke, will nicht in Freiheit leben?

Die Nachrichten aus dem „Greater Middle East“ allein in dieser Woche sind niederschmetternd – 120 Tote bei einem Bombenschlag in Bagdad am Sonntag; 9 Tote, darunter sechs UN-Mitarbeiter, bei einem Angriff auf eine Gästehaus in Kabul; 80 Tote durch einen Autobombe in der pakistanischen Grenzstadt Peshawar;  Aus der imaginierte Demokratiezone ist eine sehr reale Kriegszone geworden.

Soll sich die Nato aus Afghanistan zurückziehen? Ich meine: Ja. Der Herausgeber der ZEIT, Josef Joffe, meint: Nein!

Die Argumente können Sie hier hören

Und hier ein Bild über vergangene Ausländseinsätze

Panzer,Grab

Sowjetischer Panzer und Grab eines Mujaheddin in Afghanistans Zentralhochland@Ulrich Ladurner, Afghanistan, 2008

Soldat, Afghanistan

Truppenübungsplatz in Bamiyan @ulrich Ladurner, Bamiyan, Afghanistan, 2007

Us-Präsident Barack Obama hat den Afghanistankrieg zu seinem Krieg gemacht. Er nennt ihn einen „war of necessity“, im Gegensatz zu Irakkrieg, der für ihn ein „war of choice“ ist. Eine seiner ersten außenpolitischen Amtshandlungen bestand folgerichtig darin, 17.000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan zu schicken. Das ist gerade mal drei Monate her. Jetzt fordert Admiral Mullen, der höchste Militär der USA, eine weitere Aufstockung der Truppen. Der Befehlshaber der Nato-Truppen in Afghanistan, Stanley McChristal, wird in wenigen Tagen einen neuen Bericht vorlegen. Es wird erwartet, dass er noch mal 17.000 Truppen für Afghanistan anfordert wird. Obama wird sie ihm nicht verwehren, zu sehr hat diesen Krieg zu seinem eigenen gemacht . Der US–Präsident wird sich also weiter in einen Sumpf hineinbegeben, in dem er zu versinken droht. Auch Zeitschriften, die den Krieg befürworten, sehen inzwischen Parallelen zum Vietnamkrieg.

Das betrifft auch die Deutschen. Die Forderung nach mehr Truppen soll Berlin schon erreicht haben – noch ist Wahlkampf, und wollen die Parteien nicht über Afghanistan reden. Doch nach geschlagener Wahl wird es ernst. Deutschland wird endlich darüber diskutieren müssen, was es in Afghanistan eigentlich erreichen will und kann.

Einen zentralen Baustein in der Afghanistanstrategie des Westens nimmt der Aufbau einer schlagkräftigen Armee (Afghan National Army; ANA) ein. Das gezeigte Bild stammt von einem Truppenübungsplatz der ANA im zentralen Hochland.

Der Westen stößt in Afghanistan an seine Grenzen: Militärisch, politisch und kulturell. Er sollte seine Truppen abziehen….weiterlesen bei Zeit online

Afghanische Soldaten wie diese werden in Afghanistan für die selbsttragende Sicherheit sorgen:

Soldat1

Wachsoldat vor dem Haus des Gouverneurs von Uruzgan @Ulrich Ladurner, Tarin Kowt, Juli 2007