Stadtansichtkbaul

Kabul am Abend@Ulrich Ladurner, Kabul, Oktober 2009

Das ist Kabul. Die Stadt hatte nach dem Sturz der Taliban im Herbst 2001 rund 800.000 Einwohner.  Heute sind es geschätzte vier Millionen. Und hier sind eine paar Gesichter dieser vier Millionen Menschen.

Straßen

Frauen warten auf einen Kleinbus@Ulrich Ladurner, Kabul, Oktober 2009

Kind1

Die zehnjähirge Fatima@Ulrich Ladurner, Kabul, Oktober 2009

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Afghanfilm

@Ladurner Ulrich, Kabul, September 2009

Das ist Herr Sultan Istalifi. Er ist Laborchef bei den Filmstudios von Afghan-Films in Kabul. In den Studios wird seit Jahren nicht mehr gearbeitet, weil die Maschinen beschädigt sind. Im Prinzip aber könnten hier Schwarz-Weiß-Filme produziert werden.

Als ich Herrn Sultan Istalifi bitte, sich an die Filmdruckmaschine zu stellen, damit ich ein Foto machen kann, sagt er trocken: „Ich habe schon einmal genau hier für ein Foto posiert. Das war vor vierzig Jahren. Damals kamen die Maschinen gerade aus Amerika. Die Amerikaner wollten eine Erinnerung haben“

Vierzig Jahre später, dasselbe Erlebnnis. Die Maschine sieht tadellos aus, Herr Istalifi auch, nur ist er etwas grauer und schmächtiger geworden, und die Maschine wird, wenn man sie einschaltet, von einem Husten geschüttelt, aber ansonsten ist sie immer noch kräftig gebaut.

Afghanfilm2

@Ladurner Ulrich, Kabul, September 2009

Die Bundesregierung möchte über Afghanistan am liebsten gar nicht reden, doch das Thema kocht hoch. Immer offener wird über einer Rückzug der Nato aus Afghanistan debattiert. Dabei entbrennt eine Debatte über die Menschenrechte.  Der Erfolgsautor David Maria Precht meint : „Der Kampf für die Menschenrechte ist die Blaue Blume der linken Romantik“die Blaue Blume der linken Romantik“. Die Schriftstellerin, Tanja Dückers, hält dagegen:  Menschenrechte sind keine Ansichtssache. Sie sind universell“

Über Menschenrechte und Afghanistan hat sich bereits Mortirmer Durand, der sich 1893 nach Kabul aufmachte, Gedanken machen müssen. Die britische Regierung gab ihm dem Auftrag, neben vielen anderen Dingen,mit dem Emir Abdurrahman auch über die Besorgnis erregende Lage der Menschenrechte in Afghanistan zu sprechen. Abdurrahman galt als ein ebenso erfolgreicher wie barbarischer Herrscher.

In seinem Abschlussbericht an die britischer Regierung schreibt Durand: „In the matter of his barbarities he is unapproachable. He says the Afghans are not Englishmen, which ist quite true, and that he must make examples or he will have disorder all over the country. He regards any remonstrance on this subject as an interference with his internal affairs, and resents them accordingly. Nevertheless, I find he has been more careful of late years (…) He knows what our views are, an probably pays some attention to them, but he will make no promises“

Dazu eine afghanische Innenansicht:

Metzger Bamyian

Zwei Metzger in Bamiyan @Ladurner Ulrich, Bamiyan, 2007

Am 20. August wählen die Afghanen einen neuen Präsidenten. Es ist Zeit, ein paar Wähler vorzustellen

Body builder in Kundus

Abdul und Omar in einem Fitnessstudio in Kundus @Ulrich Ladurner, Kundus, August 2009

Wähler Kundus

Amir in Kundus @Ulrich Ladurner, Kundus, August 2009

Wähler in Kabul

Wahlveranstaltung in Kabul @Ulrich Ladurner, Kabul, August 2009

Wahlveranstaltung in Mazar-e-Sharif

Wahlveranstaltung in Mazar-e-Sharif @Ulrich Ladurner, Mazar-e-Sharif, August 2009

In Afghanistan ist nicht der Westen die dominierende kulturelle Macht, sondern Indien. Den Beweis sehen Sie hier. Mein Fahrer schaut sich einen Bollywood Film an während wir durch den Tunnel am Salangpass fahren. Übrigens – der höchst gelegene Tunnel der Welt.
Salang

Film schauen am Salangpass @Ulrich Ladurner, Salang, August 2009

Der Politologe Herfried Münkler glaubt, dass Deutschland wieder Mythen braucht, um die Aufgaben zu bewältigen, die sich dem Land stellen. In einem Interview mit dem Spiegel bekennt er sich zum preussischen Wertekanon: „Es zeichnete sich durch Askese aus, Pflichtbewusstsein und die Bereitschaft der Eliten, etwas für ihr Land und den Staat zu tun: Ihm zu dienen, ohne zuerst an ihren eigenen Vorteil zu denken. Dieses Preußen brauchen wir.“

Ich frage mich angesichts von Münklers Sehnsucht nach Mythen im Namen von welchem Mythos wir den Einsatz in Afghanistan begründen wollen?  Die Diskussion ist es wert, geführt zu werden.

Build Afghanistan

Mauerinschrift in einem Vorort von Mazar @Ulrich Ladurner, Mazar-e-Sharif, August 2009

Kundus galt lange als eine der sichersten Gegenden Afghanistans. Seit zwei Jahren aber verschlechtert sich die Sicherheitslage. Auf dem Flughafen von Kundus sind 700 Bundeswehrsoldaten in einem Feldlager stationiert. Immer öfter werden sie in Feuergefechte verwickelt. Der Gouverneur der Provinz, Haji Omar, sagte zu mir im Gespräch, dass die Taliban aus Pakistan für die zunehmende Angriffe verantwortlich seien. Im Vorraum seines Büros sieht es jedenfalls nicht besonders beruhigend aus:

The Burka and the gun

Burka und Kalaschnikow in Kunduz @Ulrich Ladurner, August 2009 Kunduz